● Zur Chronik des Vereins


Als in den Jahren 1862-1864 die Eisenbahn gebaut werden sollte, war in Planung, diese Strecke über Lauchringen, Geißlingen, Schwarzbachtal, Ortsmitte Grießen in die Schweiz zu führen. Der Bahnhof sollte im Haus "Gehring" (gegenüber Gaststätte Landhaus) am Schwarzbach stehen.
Ein großer Befürworter dieser Streckenplanung war der damalige Dorfarzt Dr. Riesterer. Er hatte sich rasch mit der Vorstellung angefreundet, seine Patienten mit dem Feuerroß anstatt mit Pferd und Wagen zu besuchen. Da hatte er allerdings nicht mit dem Widerstand der Grießemer Bürger und Bauern gerechnet. Die befürchteten nämlich, daß die Lokomotive mit ihrem Funkengespeie die Häuser ringsum anzünden und das Vieh erschrecken könnte.
Also wurde eine neue Strecke geplant, so wie sie heute verläuft, mit dem Bahnhof außerorts. Das brachte den Doktor auf die sprichwörtliche Palme. An der darauffolgenden Fasnacht soll er einen dicken Pfahl mitten in den Küchenboden des Hauses "Gehring" geschlagen und gerufen haben: "Und do chunt de Bahnhof herre!" Später als die Kirche gebaut werden sollte, wurden Geldspender dafür gesucht. Doktor Riesterer, immer noch sauer, war auch gleich bereit, ein bleiverglastes Kirchenfenster mit der Szene "Einzug Jesus auf dem Esel in Jerusalem" zu stiften. Allerdings mit einer Bedingung: das Fenster müßte nach Westen zeigen, der Esel mit Ölfarbe und Jesus mit Wasserfarbe gemalt sein, damit wenn es regnet, nur noch der Esel sichtbar bleiben sollte. Damit die Grießener dann sehen könnten, was sie seien: Esel. Diese großzügige Spende wurde von den wütenden Bürgern natürlich abgelehnt.
Der Esel ist aber auch ohne dieses Fenster übriggeblieben, wenn auch nur für die Fasnacht in Grießen. Bei unserer Vereinsgründung im Jahr 1972 wurde bei der Diskussion um ein passendes Wappen dieser Begebenheit gedacht und mit knapper Mehrheit bei der Abstimmung siegte der Esel als Wappentier. Die Reaktion der Bevölkerung war entsprechend: "Jetzt seid ihr vollends Esel, so ein dummes Tier als Wappentier zu wählen!" Wenn man die erfreulichen Reaktionen bedenkt, die unsere Eselmaske beim Publikum hervorruft, haben die Grießemer Narren mit der Wahl einen Glücksgriff getan.